Besuch der Eberhard Trumler-Station
Am 02. Nov.2008 waren wir, die Mitarbeiter der Hundeschule “TAVA“, zur Besichtigung der Eberhard Trumler-Station in Wolfswinkel im Westerwald. Der Ausflug fand anlässlich des 10jährigen Bestehens der Hundeschule statt und das Ausflugsziel lies uns alle gespannt und erwartungsvoll auf den Tag blicken.
Die „Gesellschaft für Haustierforschung (GfH) e.V.“ wurde im Jahre 1969 gegründet. Für Hundeleute war der wohl wichtigste Mitbegründer der GfH, der in Wien geborene Nestor der deutschen Kynologie, Eberhard Trumler (1923-1991). Er galt als einer der besten Hundekenner; zahlreiche Fachbücher haben ihn international bekannt gemacht.
1979 baute er im nördlichen Westerwald die „Haustierbiologische Station Wolfswinkel“ auf. Nach seinem Tod wurde diese einzigartige Forschungsstation nach ihm benannt und wird heute von seiner Frau weitergeführt. Eine der wichtigsten Aufgaben der „Eberhard Trumler-Station“ ist die Erforschung des Sozialverhaltens von Hunden, besonders ihre Entwicklung in den frühen Jugendphasen.
Die Hunde werden hier in recht großen, naturbelassenen, aber sauberen Gehegen/Ausläufen gehalten und erforscht. Es handelt sich um sehr ursprüngliche Hunde, die gelernt haben den Mensch in gewisser Weise zu akzeptieren.
Angefangen bei dem sehr scheuen SCHABRACKENSCHAKAL, über die sehr dominant wirkenden und skeptischen HOCHLANDDINGOS, bis hin zu den neugierigeren STEPPENDINGOS und die überaus zurück gezogen lebenden und scheuen MARDERHUNDE, sowie bei den feindselig, ja schon fast hinterhältigen SAUDIARABISCHEN-ÄTHIOPISCHEN HUNDE (greifen aus dem Hinterhalt an, sobald man ihnen den Rücken zuwendet), konnten wir gemeinsam mit Frau Trumler alle Gehege betreten. Bei dem Gehege der PERSISCH-TÜRKISCHEN HUNDE entschieden wir uns allerdings, das Gehege nicht zu betreten. Hier fanden wir die größte Anzahl von Hunden (ca. 80 St.). Die Vorfahren unserer heutigen Herdenschutzhunde hätten uns zwar in ihr Gehege hinein gelassen, allerdings wäre es mit dem Herauskommen schwierig geworden, zumal der diesen Hunden vertraute Tierpfleger an diesem Tag nicht anwesend war.
Natürlich gab uns Frau Trumler Verhaltensregeln mit auf den Weg, die es unbedingt zu beachten galt. Die Führung durch die Station war ursprünglich mit 2 Stunden angesetzt; nach knapp 4 Stunden kamen wir schließlich bei der „LANGNASEN-WINDHUND-GRUPPE“ und den „DACKEL-SCHÄFERHUND-SPITZ-SHIBA INU-HUNDEN“ an. Diese beiden Hundegruppen waren schon älter und seinerzeit (verzeihen Sie mir diesen Ausdruck!) „Eigenkreationen“ von Herrn Trumler. Diese Hunde werden hier heute nur noch gepflegt, auf eine Erhaltung des Fortbestandes wird kein Wert gelegt. Was Herrn Trumler seinerzeit dazu bewegte, diese eigentümlichen Verpaarungen und Kreuzungen vorzunehmen, bleibt bis heute ein Geheimnis und war auch für uns nicht nachzuvollziehen.
Die Besichtigung und Führung durch die „Eberhard Trumler-Station“ war für uns eine sehr interessante, sowie auch lehrreiche Erfahrung. Die ausführlichen Berichte von Frau Trumler fesselten uns und unsere Fragen wurden von ihr gerne beantwortet. Auch sie freute sich über unser Interesse, unsere Aufgeschlossenheit und unsere Fragen. So ging ein ereignisreicher Tag zu Ende, der tiefe Eindrücke hinterließ !
Weitere Infos zur „Eberhard Trumler-Station“: GFH-Wolfswinkel
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